Über mich

Was mich antreibt: Bekenntnisse einer ehemaligen Lehrerin
Der Begriff ADHS begegnete mir zum ersten Mal bewusst im Jahr 2023. Da hatte ich schon 15 Jahre lang Schüler_innen in Deutsch und Englisch unterrichtet, meistens als ihre Klassenlehrerin. Über ADHS wusste ich bis dahin nur, wofür die vier Buchstaben stehen. Dass das Gehirn dieser Kinder anders funktioniert und sie darum eine andere Form der Unterstützung von mir brauchen, wusste ich nicht.
2023 wurde ich dann unsanft gezwungen, mich mit dem Thema genauer auseinander zu setzen. Ich selbst wurde mit ADHS diagnostiziert. Also lernte ich alles über dieses hochkomplexe Syndrom, las über die bekannten und weniger bekannten Symptome, deren Ursachen, was das für den Alltag von Betroffenen bedeutet und erfuhr, zu welchen großartigen Leistungen ein ADHS-Gehirn fähig ist, wenn es auf seine ganz eigene Weise arbeiten darf.
Es drängte mich, mit möglichst vielen anderen Betroffenen und nicht Betroffenen darüber zu sprechen, um selbst mehr darüber zu erfahren. Aber ich wollte auch ein breiteres gesellschaftliches Bewusstsein für diese andere Art des Seins schaffen. Also gründete ich das „Frolleinzimmer“, eine Selbsthilfegruppe für betroffene Frauen. Der Austausch dort war eine solche Bereicherung für mich, dass ich begann, mich nach ähnlichen Angeboten für meine Kinder umzusehen. Da es nichts Vergleichbares gab, gründete ich kurzerhand eine weitere Gruppe: Die Zebras waren geboren, die erste Selbsthilfegruppe für Kinder mit ADHS.
Gleichzeitig dachte ich immer wieder an die betroffenen Kinder, die ich bisher als Lehrerin unterrichtet hatte: Welche Unterstützung hatte ich ihnen durch mein Unwissen verweigert? Wo hätten sie mehr Verständnis gebraucht? Wie hätten sie sich entwickelt, wenn ich gewusst hätte, was ADHS wirklich ist? Und was ist mit den Kindern, die sich ohne Diagnose durch den Schultag gekämpft haben?
Wenn man erst einmal verstanden hat, wie ein ADHS-Gehirn funktioniert, braucht es gar nicht viel, um als Lehrperson Kinder mit ADHS angemessen zu begleiten. Leider ist Neurodivergenz (außer ADHS auch Autismus, Hochbegabung, LRS, Dyskalkulie u. a.) nicht Teil der Lehrerausbildung. Bei ihrer aktuellen Arbeitslast ist es für Lehrer_innen auch nicht leistbar, sich selbst alle nötigen Informationen darüber zu beschaffen. Aus dem Wissen um diese Situation entstand mein Wunsch, Schulen in diesem Prozess möglichst niederschwellig zu unterstützen. Von einer Auseinandersetzung mit dem Thema profitiert nämlich nicht nur das betroffene Kind. Undiagnostizierte, unbehandelte oder falsch geförderte Kinder mit ADHS können viel Unruhe in eine Klasse bringen und belasten auch die Lehrergesundheit, von den weitreichenden gesellschaftlichen Folgen ganz zu schweigen.
Was ich bisher gemacht habe
Ausbildung:
2000 bis 2002 Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau bei Fraport AG (Flughafen Frankfurt/Main), IHK-Prüfung
2002 bis 2008 Studium Deutsch und Englisch (Lehramt SekII) an der Universität zu Köln, 1. Staatsexamen
2008 bis 2010 Referendariat am Studienseminar Mönchengladbach und am Städt. Gymnasium Dülken, 2. Staatsexamen
berufliche Tätigkeit:
2010 bis 2023 Lehrerin für Deutsch und Englisch an folgenden Schulen:
- Städtischen Lindengymnasium Gummersbach,
- Gymnasium Odenthal,
- Gertrud-Koch-Gesamtschule Troisdorf
seitdem:
- gesundheitliche Auszeit,
- berufliche Neuorientierung,
- Gründung und Leitung zweier Selbsthilfegruppen: Frolleinzimmer (Frauen mit ADHS in Lohmar), Zebra-Gruppe (Kinder mit ADHS in Lohmar)
- Mitglied bei ADHS Deutschland e. V.
Bereit für Unterstützung?
Lassen Sie uns das Thema gemeinsam angehen!
Wenn Sie von meiner Erfahrung und Kreativität profitieren möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin über das Kontaktformular.
Wenn Sie sich für eine der Selbsthilfegruppen interessieren, schreiben Sie bitte direkt an die entsprechende Mail-Adresse.